Waldbaden
Zum Jahresthema Wertschätzung fand am vergangenen Mittwochvormittag die Aktion „Waldbaden“ für die 3. Klasse der Grundschule in Pondorf statt. Im Mittelpunkt standen vor allem die Themen Prävention und Persönlichkeitsentwicklung. Durch verschiedene Übungen, Spiele und Impulse wurden die Selbstwirksamkeit, Konzentration, Achtsamkeit, Selbstbewusstsein, Selbstwahrnehmung, Resilienz, Wertschätzung sich selbst und anderen gegenüber gestärkt und der Wald als Ort der Kraft, der Ruhe, der Entspannung und als Gesundheitsressource erfahren.
Die Kursleitung übernahm die Waldgesundheitstrainerin Frau Elisabeth Höflmeier. Sie ist selbst sehr aktiv als Mitglied bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Es handelt sich dabei um einen Naturschutzverband der sich seit mehr als 75 Jahren für die Wälder ein Deutschland einsetzt. Sie sieht Ihre Aufgabe nicht als Hobby sondern als eine Mission bzw. ein besonderes Anliegen das weit über den Ortswald hinausgeht. Gleich zu Beginn erfuhren die Mädchen und Buben erste Infos zum Thema Waldgesundheit. Es kommt aus Japan findet seinen Ursprung aber in Bayern, wie so viel Gutes. So schickte bereits Pfarrer Kneipp seine Patienten schon in Hängematten in den Wald und bekam weltweit Besuch, unter anderen von Japanern. Da die Arbeitsbelastung in Japan in den 80-iger Jahren enorm hoch war und viele Menschen sogar am Arbeitsplatz verstarben und schwerkrank wurden, entstanden in Japan erste Heilwälder und Waldgesundheitsparcours.
Waldtherapie ist wissenschaftlich anerkannt und gleichzusetzen mit dem Naturheilverfahren. In manchen Ländern werden achtsame Waldaufenthalte, wozu das Waldbaden gehört, als Rezept verordnet: Warum ist Waldbaden gesund, fragte ein Schüler: Schonklima, gut für Haut und Atemwege, blutdruck- und blutzuckersenkend, regenerativ und wohltuend für Körper, Geist und Seele. Walderde hat eine positive Auswirkung auf das Mikrobiom im Darm. Dann ging es auch schon weiter direkt Richtung Wald. Dabei erhielten die Kinder einen Auftrag. Sie unterhielten sich in Zweiergruppen über ihr schönstes Walderlebnis, und darüber, was sie tun würden, wenn sie einen Wald hätten und was sie tun möchten, um in Zukunft den Planeten besser und schöner zu machen. Die Waldgesundheitstrainerin staunte nicht schlecht, als sie zu hören bekam, dass viele Kinder den Wald einfach lassen würden. "Das ist eine sehr gute Antwort. Den Wald immer wieder sich selbst überlassen. Am Waldrand begrüßten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Wald mit einer ganzheitlichen Atemübung und gingen über die Schwelle, um den Schulalltag bewusst hinter sich zu lassen und in diese "Grüne Kraftquelle" einzutreten.
Die Schüler wurden angeregt, sich vorzustellen, sie seien gerade auf einem grünen Waldplaneten gelandet und forschen nun, was sie alles entdecken können, zuerst ohne Forschungsmaterial, nur mit den Sinnen, Händen und Augen. Danach bekamen sie einen Forscherrahmen, um die Wunder und Schönheiten gezielter und besser sehen zu können und einzufangen. Das zweite Forschungsinstrument war ein Taschenspiegel, um Äste, Blätter, Rinde, Bäume aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Dazwischen gab es mit dem Waldmikrofon immer die Möglichkeit, sich über die Forschungsergebnisse und die neuen Walderfahrungen auszutauschen. Soviel Erlebnisse verdienten dann natürlich auch eine Pause und so fand kurzer Hand ein kleines Waldpicknick statt.
Im Anschluss daran durften sich die Kinder einen Baum aussuchen, den sie befühlen und bestaunen konnten. "Probiert mal aus, wie gut es tut, sich an den Baum zu lehnen. Wer mag, kann ihn auch umarmen", so die Waldbademeisterin Elisabeth. Mit geschlossenen Augen und in Stille saßen oder lagen die Kinder unter ihrem Lieblingsbaum und genossen es, nur da sein zu dürfen und dem Wind zuzuhören.
Anschließend teilten sich alle in Zweiergruppen auf und suchten gemeinsam einen Baum oder einen anderen Gegenstand im Wald, der sie anspricht, den sie schön und bewundernswert erachten und erzählten sich gegenseitig, was das Tolle an ihrem Baum, oder Ast, oder Stock ist. "Das Gute und Schöne im Leben zu finden und darüber zu sprechen ist so wichtig und heilsam", so die Achtsamkeitstrainerin. "Ihr seid auch richtig toll, jede und jeder von euch ist einmalig und kann Dinge besonders gut, hat Eigenschaften, die anderen guttun und gefallen." Nun wurden Zettel und Stifte verteilt und jeder schrieb drauf, was er am anderen schätzt. Diese Komplimente wurden an den Baum gehängt und zum Schluss von allen wertgeschätzt mit Applaus. Viel zu schnell verging die Zeit, so dass manche Übungen und Spiele leider im Korb bleiben mussten. Mit einer Waldbadetüte "to go" für jedes Kind verabschiedete sich Elisabeth Höflmeier mit dem Wunsch, dass die Kinder möglichst oft mit ihren Eltern achtsame Waldaufenthalte genießen dürfen. "Nehmt Rahmen, Spiegel, Sitzkissen und was zu trinken mit, mehr braucht es nicht, und dann zeigt euren Eltern einige Übungen."


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